Das Finanzamt an den Pflegekosten beteiligen

 

 

Kosten für Pflege und Betreuung können steuerlich geltend gemacht werden. Das wissen viele und es ist an und für sich nichts Neues. Doch wie so oft steckt der Teufel im Detail. Denn wer, welche Kosten und in welcher Höhe wie steuerlich abziehen darf, ist wesentlich verzwickter. So können Aufwendungen für die Pflege und Betreuung zu außergewöhnlichen Belastungen führen, die das zu versteuernde Einkommen mindern. Sie können aber auch als haushaltsnahe Dienstleistungen unmittelbar von der Einkommensteuer abgezogen werden. Ein Wahlrecht gibt es jedoch nicht. Der Abzug als haushaltsnahe Dienstleistungen kommt nur in Betracht, soweit Aufwendungen nicht als außergewöhnliche Belastungen berücksichtigt worden sind. Und auch bei den außergewöhnlichen Belastungen muss genau geschaut werden, um welche Aufwendungen es sich handelt und wer diese wirtschaftlich trägt.

Fall 1:
In einem Zweifamilienhaushalt leben die Tochter und ihr Ehepartner zusammen mit ihren pflegebedürftigen Eltern, die von einem häuslichen Pflegedienst betreut werden. Nach Abzug der Leistungen aus der Pflegeversicherung müssen noch 6.000 Euro gezahlt werden. Da die Eltern eine gute Rente beziehen, können sie die Kosten komplett selbst tragen.

Bei den Aufwendungen handelt es sich um außergewöhnliche Belastungen. Diese mindern nach Abzug der zumutbaren Belastung (abhängig von der Höhe des Einkommens, dem Familienstand und der Zahl der steuerlich zu berücksichtigenden Kinder) das steuerpflichtige Einkommen. Bei einer zumutbaren Belastung von 2.500 Euro können damit 3.500 Euro als außergewöhnliche Belastungen bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens abgezogen werden. Bei einem Steuersatz von 30 % sparen die Eltern damit 1.050 Euro an Steuern. Die nicht zu berücksichtigenden Aufwendungen in Höhe der zumutbaren Belastung von 2.500 Euro können als haushaltsnahe Pflege- und Betreuungsleistungen geltend gemacht werden. Sie mindern die Einkommensteuer der Eltern um weitere 500 Euro (20 % von 2.500 Euro). Im Ergebnis müssen nur 4.450 Euro selbst getragen werden, denn 1.550 Euro werden steuerfinanziert.

Fall 2 (Abwandlung zu Fall 1):
Da die Eltern nur über ein geringes eigenes Einkommen verfügen, werden die Kosten von den Kindern übernommen.

Es handelt sich für die Kinder um außergewöhnliche Belastungen für die Pflege und Betreuung von Angehörigen. Diese mindern nach Abzug der zumutbaren Belastung (von der Tochter und deren Ehepartner) das steuerpflichtige Einkommen. Bei einer zumutbaren Belastung von 4.000 Euro können nur 2.000 Euro als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden. Bei einem Steuersatz von 35 % können Tochter und Ehepartner 700 Euro Einkommensteuer sparen.

Da die Eltern mit ihren Kindern in einem gemeinsamen Haushalt leben, können auch die Kinder die von ihnen selbst getragenen Aufwendungen, die nicht als außergewöhnliche Belastungen berücksichtigt wurden, als haushaltsnahe Betreuungsleistungen abziehen. Damit mindert sich die Einkommensteuer um weitere 800 Euro (20 % von 4.000 Euro).

Hinweis: Selbst wenn die Eltern nicht mit den Kindern zusammenwohnen, sondern in ihrem eigenen Haushalt gepflegt und betreut werden, können die Kinder die von ihnen selbst getragenen Kosten (auch) als haushaltsnahe Pflege- und Betreuungsleistungen absetzen.

Fall 3 (Abwandlung zu Fall 2):
Die Eltern haben sich für einen Umzug in ein Pflegeheim entschieden. Nach Abzug der Leistungen aus der Pflegeversicherung und der Zahlung des Eigenanteils aus den Renteneinkünften, verbleiben noch 6.000 Euro für diverse Aufwendungen im Zusammenhang mit der Heimunterbringung, die von den Kindern getragen werden. Die angefallenen Pflege- und Betreuungskosten sind bereits durch die Leistungen der Pflegeversicherung und die Zahlung des Eigenanteils gedeckt.

Die Kinder können die Kosten als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Wie in Fall 2 können so 700 Euro Einkommensteuer eingespart werden. Ein weiterer Abzug der verbleibenden Heimaufwendungen als haushaltsnahe Dienstleistungen ist in diesem Fall jedoch nicht zulässig, auch wenn die Heimaufwendungen unstreitig mit einer Hilfe im Haushalt vergleichbar sind. Das hat kürzlich der Bundesfinanzhof entschieden. Er bestätigte damit die Auffassung des Finanzamtes und des Hessischen Finanzgerichtes. Danach kann nur derjenige Steuerpflichtige eine Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen in Anspruch nehmen, dem die Aufwendungen wegen seiner eigenen Unterbringung in einem Alten – oder Pflegeheim entstanden sind.

Kinder, die für Aufwendungen im Zusammenhang mit der Unterbringung ihrer Eltern in einem Pflegeheim aufkommen, die mit einer Haushaltshilfe vergleichbar sind, können hingegen für diese Aufwendungen keinen Steuerbonus in Höhe von 20 % der Aufwendungen (maximal 20 % von 20.000 Euro = 4.000 Euro), beanspruchen. Soweit die Kinder jedoch Pflege- und Betreuungsleistungen für ihre im Heim untergebrachten Angehörigen übernehmen ist, kann der Steuerbonus geltend gemacht werden.

(Stand: 03.06.2019)

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